Spesburg

Die Spesburg ist Teil einer Quest, die in der Mobile App von „Die Tore der Zeit“ gelöst werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Quest!

Geschichte

Die Spesburg wurde Ende des 13. Jahrhunderts von Alexander von Stahleck-Dicka, dem Vogt der Abtei Andlau (weltlicher Beschützer der Abtei), gebaut. Die erste schriftliche Erwähnung der Burg stammt jedoch erst aus dem Jahr 1322. Die Familie Dicka kam ursprünglich nicht aus dem Elsass, stellte aber als Eigentümer der Burg seit dem 12. Jahrhundert Würdenträger für die Bistümer des oberen und mittleren Rheintals.

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts übernahmen die Herren von Andlau die Nachfolge der Dicka auf der Spesburg. 1431 nahm Stephan von Bayern die wehrlose Burg in Beschlag, doch nur wenige Monate später konnte die Anlage durch die Herren von Andlau mit einem 2000 Mann starken Heer zurückerobert werden.

Laut Pierre Héring (Historiker des 19. Jahrhunderts) wurde die Spesburg im 16. Jahrhundert infolge einer Fehde zwischen den Bürgern von Barr und einem lokalen Adligen angegriffen und niedergebrannt.

Nach der Französischen Revolution wurde der Bau von den Bewohnern der Umgebung als Steinbruch genutzt und seiner schönsten Steine beraubt. Ein Schicksal, das vielen Burgen im Elsass zuteil wurde. 1830-1840 gelangte die Burg wieder in den Besitz der Andlau und war schließlich bis 1904 in Privatbesitz, bevor sie der Gemeinde Andlau vermacht wurde. 1967 wurde die Burg unter Denkmalschutz gestellt und seit 1985 wird sie von dem Verein „Association pour la Restauration du Château du Spesbourg“ gepflegt.

Architektur

Die Burg wurde auf einem Granitvorsprung auf 451 m Höhe zur Überwachung des Tals und der benachbarten Abtei Andlau gebaut.

Auf der Spesburg sind viele Elemente des 13. Jahrhunderts erhalten geblieben, insbesondere der 24 m hohe quadratische Bergfried. Potenzielle Angreifer treffen hier nicht auf ein spitzes Profil, sondern auf eine breite Verteidigungsmauer auf der Nordseite ohne jede Öffnung - eine Besonderheit der Burg.

Im 14. Jahrhundert wurde die Verteidigungsanlage in einen Wohnsitz für eine Adelsfamilie umgebaut: Schöne Dreipassfenster mit Oculi zeugen vom Palas im Osten der Anlage, sowie die Kapitelle eines Kamins von den Wirtschaftsgebäuden im Westen und Süden.

Legende

Es heißt, der Geist des Kaisers Karl der Dicke (Kaiser des Karolingerreichs von 881 bis 887) treibe in der Ruine sein Unwesen. Seine Wehklagen seien eine Bitte um Vergebung seiner Feigheit gegenüber den Normannen, durch die er seinen Thron verloren hat ...

Als er mit seiner mächtigen Armee vor den Normannen stand, die 886-887 Paris belagert hatten, zögerte Karl der Dicke und ließ sich schließlich auf Verhandlungen mit ihnen ein. Gegen die Zahlung eines Lösegeldes ließ er sie nach Burgund weiterziehen. Seine Unentschlossenheit brachte ihm den Ruf ein, regierungsunfähig zu sein, und kostete ihn 887 seinen Thron.

So wird die Burg heute genutzt...

Die „Association pour la Restauration du Château du Spesbourg“ ist ein Verein, dessen Mitglieder sich auf freiwilliger Basis seit 1985 für den Schutz, die Sicherung und die Aufwertung der Ruine der Spesburg einsetzen.

 Jahr für Jahr engagiert sich der Verein in den folgenden Aufgabenfeldern:

  • Die Verbesserung der Besichtigungsbedingungen des Gebäudes durch die Instandsetzung der Umgebung, der Vegetation und der Zugangsmöglichkeiten im Rahmen von Arbeitstagen des Vereins, an denen alle mit viel gutem Willen mitarbeiten.
  • Die Sicherung des Gebäudes und dessen Aufwertung durch die Betreuung von Bauarbeiten, die an spezialisierte Unternehmen ausgelagert werden.
  • Die Organisation von Veranstaltungen: die traditionelle Nachtwanderung im Dezember, bei der man bei Suppe oder Glühwein die beleuchtete Ruine bewundern kann; mittelalterliche Feste; Animationen und Ausstellungen.
  • Die Ausrichtung von Kulturveranstaltungen mit verschiedenen Beiträgen von außen (zeitgenössische Kunst, Konzerte, Künstlerdarbietungen ...)
  • Der Empfang von Kindergartenkindern und Schülern bei ihrem Jahresausflug.

67140 Andlau Château du Spesbourg

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