Ottrott

Die Ottrot ist Teil einer Quest, die in der Mobile App von „Die Tore der Zeit“ gelöst werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Quest!

Geschichte

Ottrott beherbergte seit dem 11. Jahrhundert eine erste Burganlage, bei der eine Sandsteinmauer mit aufgesetzter Holzpalisade einen Holzturm umgab, eine für Turmhügelburgen typische Bauweise. Die Burg wurde wahrscheinlich von der auf Seiten des Papsttums stehenden Familie Egisheim gebaut und Anfang des 12. Jahrhunderts von Friedrich dem Einäugigen zerstört, der den später kaiserlichen Staufern angehörte.


Die kaiserliche Familie ließ an derselben Stelle eine kleine Burg aus Stein errichten, die nach der Familie, der sie anvertraut wurde, benannt wurde: Lützelburg. Diese zweite Burg wurde als Folge des Konflikts zwischen den Staufern und den Dabo-Egisheimern Ende des 12. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört. Um 1200 wurde, wieder von der Familie Lützelburg, eine dritte Burg errichtet, diesmal etwas weiter westlich auf dem Plateau: die heutige Burg Rathsamhausen. Im Jahr 1250 wurde von der kaisertreuen Familie Andlau in der Nähe eine vierte Burg gebaut, die heutige Lützelburg.
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gelangte die vierte Burg in den Besitz der Rathsamhausener. Trotz mehrerer

Besitzerwechsel vom 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts gelangten die Burgen letztendlich wieder unter Kontrolle der Familie. Sie wurden jedoch aus Mangel an finanziellen Mitteln und für mehr Komfort zugunsten eines Forsthauses aufgegeben. Die Ruine der in Privatbesitz befindlichen Burg Rathsamhausen steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Architektur

In Ottrott sind noch einige Überreste der zweiten Burg, der alten Lützelburg bewahrt, darunter der aus dem Jahr 1140 stammende Rundturm, der als der älteste bekannte Runddonjon im Elsass gilt.

Die dritte Burg, Rathsamhausen, ist ein im Elsass einzigartiger, quadratischer „Palastdonjon“, der nach normannischem Vorbild gebaut wurde. Hintergrund war die Rückeroberung des unter normannischer Herrschaft stehenden Königreichs Sizilien, in die der Herr von Lützelburg seinem Kaiser Heinrich VI. folgte. Die aus einem imposanten quadratischen Turm und einem Wohnhaus bestehende Burg hat den romanischen Stil, mit seinen zahlreichen durch Säulen getrennten Rundbogenfenstern, bewahrt. Im Jahr 1250 wurde dem Donjon ein runder Turm hinzugefügt, an dessen Spitze sich zur Verteidigung eine Hurde (ein hölzerner Wehrgang) befand.

Die vierte Burg, die ursprünglich von der Familie Andlau gebaute Lützelburg, wurde von den Rathsamhausenern im 15. Jahrhundert mit der Errichtung eines Wohnhauses im Renaissancestil weiter ausgebaut. Sie zeichnet sich durch ihren großen Festsaal mit Konsolen (Deckenstützen) und Wappenkonsolen, rechteckigen Fenstern und einem für die Renaissance charakteristischen Bogenfries aus.

Legende

Der wilde Jäger von Ottrott

Der Legende nach spukt es im unter der Lützelburg gelegenen Forsthaus von Ottrott. Es heißt, ein verfluchter Jäger reite nachts wie ein Wahnsinniger zum Gipfel des Elsbergs, begleitet von einer Meute heulender Hunde ...

Im 10. Jahrhundert wurde auf dem Felsen die erste Burg gebaut, die dem Grafen Eberhard dem Wilden gehörte. Eines Sonntags verließ Eberhard den Gottesdienst, um in der Ebene zu jagen. Dort traf er auf zwei seltsame Reiter. Der erste war jung und ritt ein weißes Pferd. Der zweite war alt und ritt ein dunkles Pferd. Beide Reiter rieten ihm, nicht auf die Jagd zu gehen. Doch Eberhard ging unbeirrt der Jagd nach.

Wie besessen ritt er unermüdlich. Rastlos verfolgte Eberhard einen weißen Hirsch bis in die Weizenfelder und zerstörte die Ernte der Bauern. Der Hirsch schaffte es, sich in einer Viehherde zu verstecken. Die Reiter versuchten Eberhard aufzuhalten. Doch der Wilde Graf metzelte Schäfer und Herden einfach nieder ...

Der Hirsch suchte schließlich Zuflucht in der Kapelle eines Einsiedlers. Der Einsiedler und der weiße Reiter beschworen den Grafen, den heiligen Ort zu respektieren. Vergeblich, denn der Graf erklärte, dass sich das Tier im siebten Himmel verstecken könne und weder der Einsiedler noch Gott ihn von seinem Vorhaben abhalten könne ... Kaum war die Gotteslästerung ausgesprochen, verschwanden die Kapelle, der Einsiedler und das Jagdgefolge. Der Graf fand sich allein auf einer Lichtung in der Abenddämmerung wieder. Da verfluchte ihn eine kraftvolle Stimme, die wie Donner in seinen Ohren dröhnte: „Du wirst deine teuflische Jagd bis in alle Ewigkeiten fortführen, als Mahnmal für alle Tyrannen, die wie du ohne Not Unrecht anrichten, nur um ihren eigenen Gelüsten nachzugehen!“ Dann bäumte das Pferd sich auf und zog mit seinem Reiter, Monstern und wütenden Hofhunden von dannen ... Seit jenem Tag, so heißt es, setzen sie ihre Jagd über Jahrhunderte hinweg fort.

So wird die Burg heute genutzt...

Der Verein Les Amis du Château d‘Ottrott (Amchott) ist stolz darauf, Besuchern den instand gesetzten Bergfried der Burg Rathsamhausen zu präsentieren. Der einst durch ein Eisengerüst gestützte Rundturm ist heute nach der Entfernung von Pflanzen und Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk restauriert.

Doch damit ist die Arbeit der Vereinsmitglieder nicht getan: Ihr aktuelles Projekt ist die Festigung der Zugangsrampe der Lützelburg. Das großangelegte Bauvorhaben wird von Freiwilligen mithilfe der DRAC durchgeführt und sieht vor, die Stützmauer zu säubern, archäologische Untersuchungen vorzunehmen und schließlich das Mauerwerk und die Fugen auszubessern.

Für vertiefende Einblicke

Les Amis des châteaux d'Ottrott bieten Ihnen eine Auswahl von Werken, die die Burg erwähnen:

  • Von AMCHOTT zugunsten des Vereins geschrieben und verkauft
    • Les châteaux d’Ottrott - Leur histoire, leur devenir, Pierre Parsy für Amchott (Juni 2018)
  • Kürzlich veröffentlicht
    • Les châteaux forts autour du mont Saint Odile – la couronne de pierre des ducs d’Alsace. George Bishoff, Jean-Michel Rudrauf, Marie Dréa, 2019
    • Châteaux forts sous les étoiles, Ignacio Haaser, Guy Trendel, 2019
  • Weitere Literatur
    • Les châteaux de Lutzelbourg-Rathsamhausen, Louis Levrault, 1856
    • Histoire de la Ville d’Obernai, Joseph Gyss, 1866
    • Ottrotter Schlösser, Max Herbig, 1903
    • Burgen und Schlösser im Elsass, Fritz Bouchholtz, 1962
    • Die Ottrotter Schlösser Band 1, Thomas Biller, 1973
    • Le château de Rathsamhausen-Ottrott, Charles Laurent Salch, 1974
    • Note sur les châteaux forts d’Ottrott, Jean Wirth, 1974
    • Traces d’occupation des XI et XII au château de Rathsamhausen-Ottrott, Danielle Fèvre et Joëlle Burnouf, 1974
    • Die Ottrotter Schlösser Band 2, Thomas Biller, 1975
    • Les châteaux forts alsaciens du XII au XIVème siècle, v.1, Jean Wirth, 1975
    • La verrerie de la fin du Moyen Âge au château de Rathsamhausen-Ottrott, Joëlle Burnouf, Jean Maire et Jean-Pierre Rieb, 1978
    • Ottrott, château de bois, château de pierre, Danielle Fèvre, 1988
    • Un quatrième donjon circulaire, Danielle Fèvre, Charles Laurent Salch, 1988
    • Les Jardins des Châteaux d’Ottrott, Anna Hélène Caillé, Charles Laurent Salch, 1989
    • Les deux Châteaux d’Ottrott, Charles Laurent Salch, 1992
    • Die Burgen des Elsass, Architektur und Geschichte, Band III, Thomas Biller, Bernard Metz, 1995
    • Ottrott et Adrano, Charles Laurent Salch, 1998
    • Les châteaux autour du Mont Sainte Odile, Christophe Carmona, Guy Trendel, 1999
    • Châteaux Forts de l’an Mil, Charles Laurent Salch, 2000
    • La forge au château de Rathsamhausen-Ottrott au XVème siècle, Danielle Fèvre, 2001
    • Die Burgen des Elsass, Architektur und Geschichte, Band II, Thomas Biller, Bernard Metz, 2007

 

67530 Ottrott, Châteaux de Ottrott

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